Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

www.sfc-hall.de

Geschrieben von: Aurel Butz   
Mittwoch, den 08. Juni 2016 um 22:01 Uhr

Zweite Segelflug-Bundesliga: SFC steigt verspätet ein

Spät dran, aber noch alles offen

Kalt erwischt: Dieses Wochenende steht schon die dritte von insgesamt 19 Bundesliga-Wertungsrunden an. Der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC), der sich mit seinem Klassenerhalt vergangenes Jahr gerade noch so in die Zweitliga retten konnte, stieg jedoch erst vergangenes Wochenende ein. Zuvor war das Wetter zu verregnet. Doch auch dieses Wochenende soll es nicht einfacher werden, stabile Hochs schaufeln munter polare Kaltluft heran.

Das Winter-Comeback führte am Sonntag zu mystischen Flugerlebnissen, wie Dirk Windmüller beschreibt: „Normale Regenschauer sind auf den ersten Blick zu erkennen. Aber die Graupelschauer waren so fein – das rüttelt nur ganz leicht am Flügel. Teilweise sieht man dann den Erdboden nicht mehr, weil der Schnee bis runter recht, da ist die Luft richtig weiß.“

Vier Stunden im Cockpit jenseits der Null-Grad-Grenze

Dirk Windmüller hangelte sich entlang der Schauerlinie auf seinem 380-km-Flug nach Regensburg. Vor dem Regen gerade noch in Hessental gestartet, war es ein regelrechtes Hakenschlagen, um dem Schneeregen auszuweichen. Denn so unberechenbar Kaltluft den Flug macht, sie hat einen entscheidenden Vorteil:

Die Sonne muss nur kurz durchdrücken und schon brodelt die Thermik aufgrund des Temperaturunterschieds. „Da konnte ich allein im Geradeausflug trotz 140 km/h Geschwindigkeit locker bis zu 600 Höhenmeter gutmachen“, freute sich Windmüller. Stattdessen in der Thermik kreisen zu müssen hätte ihn wertvolle Zeit gekostet. Schließlich kommt es bei der Segelflug-Bundesliga darauf an, innerhalb eines zweieinhalbstündigen Zeitfensters eine möglichst weite Strecke zurückzulegen.

Trotz Ski-Kleidung und langer Unterhose kriecht die Kälte in die Füße

Die weniger angenehme Seite der Kaltluft: Vier Stunden musste Dirk Windmüller bei Minusgraden im Cockpit ausharren. Zwar gut verpackt – Skikleidung, lange Unterhose – aber die elektrische Fußsohlenheizung hatte er vergessen. In bis zu 1.700 m NN Flughöhe kroch die Kälte zusehends in die Füße.

Windmüllers Prognose für die kommende Zweitliga-Saison ist noch verhalten. Zu tief sitzt noch die Erfahrung von vergangenem Jahr, als die SFC-Piloten gerade bei schwierigen Wetterverhältnissen Spitzenleistungen brachten, an Standard-Tagen aber nach hinten durchgereicht wurden und zu wenig wagten. Chancen erhofft Dirk Windmüller sowohl für sich als auch Markus Schieber und Dietrich Sinn Mitte Mai, wenn es um die Qualifikation zu den Deutschen Segelflugmeisterschaften geht.