Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

www.sfc-hall.de

Praxis

Für die praktische Flugausbildung ist Folgendes gesetzlich vorgeschrieben:

Die Flugausbildung umfasst mindestens 25 Flugstunden, davon 15 Stunden Alleinflug innerhalb der letzten 4 Jahre auf mindestens 2 Flugzeugmustern. Wird die Ausbildung innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen, so ermässigt sich die Flugzeit auf 20 Stunden, davon 10 Stunden Alleinflug.

Darin müssen enthalten sein:

  • mindestens 60 Starts und Landungen, davon 20 Alleinstarts und Alleinlandungen.
  • 3 Landungen aus einer Position außerhalb der Platzrunde mit Fluglehrer.
  • 3 Landungen auf einem anderen Flugplatz
  • ein selbständig vorbereiteter und durchgeführter Überlandflug als Alleinflug über eine Strecke von mindestens 50 km, wahlweise auch ein 100 km Flug mit Fluglehrer
  • Eine Einweisung in die Beherrschung des Flugzeuges in besonderen Flugzuständen.
  • eine Außenlandeübung mit Fluglehrer

Soviel zur grauen Theorie. Die genannten Flugzeiten und Startzahlen sind Mindestzeiten, die in der Realität eigentlich immer deutlich überschritten werden. Ein durchschnittlicher Flugschüler hat zwischen 50 und 100 Flugstunden und zwischen 80 und 150 Starts im Flugbuch stehen, wenn er seine Lizenz erhält.

In unserem Verein sieht die praktische Ausbildung etwa so aus:

Wir beginnen mit einigen Flügen auf dem Motorsegler mit Fluglehrer. Das ist am Anfang preiswerter als der reine Segelflug, weil man in kurzer Zeit viele Starts und Landungen durchführen kann. Üblicherweise machen wir etwa 25-30 Platzrunden. Dabei lernt man erst einmal sauber geradeaus und Kurven zu fliegen. Ausserdem bekommt man relativ schnell ein Gespür für die richtige Einteilung des Landeanflugs. Bereits nach wenigen Flügen muss der Fluglehrer nur noch gelegentlich eingreifen und es wird Zeit für den zweiten Schritt: den ersten Start mit dem Segelflugzeug. Die Grundausbildung führen wir auf dem Bergfalken durch. Dieser alte Vogel ist wegen seiner gutmütigen Flugeigenschaften ideal für die Flugschulung. Selbst grobe Flugfehler steckt er locker weg und falls nicht, ist ja immer noch ein Fluglehrer dabei. Noch, denn nach einigen Flügen - wenn es dem Fluglehrer langweilig wird, weil er nicht mehr eingreifen muss - ist es Zeit zum ersten Alleinflug. Es ist schon ein besonderer Moment, wenn der Fluglehrer seinen Fallschirm rausnimmt und die Gurte auf dem hinteren Sitz zusammenschnallt. Nun ist keiner mehr da, der im Ernstfall eingreifen kann aber keine Angst, der Fluglehrer hat es sich schon genau überlegt, ob er seinen Schützling loslassen kann.

Neben dem ersten Alleinflug ist der 50 km-Flug sicher das herausragende Ereingnis der Flugausbildung. Dazu muss man zu einem Flugplatz fliegen, der mindestens 50 km vom Heimatflugplatz entfernt liegt und dort landen. Das erste Mal ist man auf sich allein gestellt unterwegs, muss seinen Flugweg finden, Thermik suchen und Entscheidungen treffen. Schließlich muss man sich auf einem fremden Flugplatz korrekt anmelden und in den landenden Verkehr einreihen. Am Ende steht dafür das erhabene Gefühl, es geschafft zu haben. Der Weg zur praktischen Segelflugprüfung ist nun frei. Die Prüfung besteht aus 3 Prüfungsflügen, bei denen man zeigen muss, was einem die Fluglehrer beigebracht haben. Danach kann man die ersehnte Lizenz für Segelflugzeugführer in Empfang nehmen.

 

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